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Stellungnahme zum Reformpaket der Bundesregierung: Wirtschaftlicher Aufschwung nicht auf dem Rücken der Jugend!

CAJ am 07.07.2026

Info Icon Bild von Ana Krach auf Pixabay

Die Christliche Arbeiterjugend (CAJ) Passau kritisiert das neue Reformpaket der Bundesregierung und fordert mehr Vertrauen statt Misstrauenskultur in der Arbeitswelt.

Pas­sau. Das frisch ver­han­del­te Reform­pa­ket der schwarz-roten Bun­des­re­gie­rung sorgt bei der Christ­li­chen Arbei­ter­ju­gend (CAJ) im Bis­tum Pas­sau für mas­si­ve Bauch­schmer­zen. Unter dem Bun­des­mot­to ​„Wir ste­hen auf für unse­re Zukunft!“ hat der katho­li­sche Jugend­ver­band die Beschlüs­se ins­be­son­de­re mit Blick auf Jun­ge Arbeit­neh­me­rin­nen und Arbeit­neh­mer einer genau­en Prü­fung nach der bewähr­ten Metho­de ​„Sehen – Urtei­len – Han­deln“ unter­zo­gen. Das Urteil fällt ambi­va­lent, in ent­schei­den­den Punk­ten jedoch ein­deu­tig nega­tiv aus.

Zwar begrüßt die CAJ Pas­sau aus­drück­lich die sozia­le Balan­ce bei den Steu­er­ent­las­tun­gen für klei­ne und mitt­le­re Ein­kom­men sowie das här­te­re Durch­grei­fen des Zolls gegen Schwarz­ar­beit und Aus­beu­tung. Doch der Preis, den jun­ge Men­schen für die­ses Paket zah­len sol­len, ist viel zu hoch.

Vier Jahre Zukunftsangst: Stoppt die Ausweitung von Befristungen!

Beson­ders alar­miert ist der Ver­band über die geplan­te Aus­wei­tung sach­grund­lo­ser Befris­tun­gen auf bis zu 48 Mona­te. Ange­lehnt an ein bekann­tes Wort des CAJ-Grün­ders Kar­di­nal Joseph Car­di­jn erklärt die Diö­ze­san­lei­tung der CAJ Pas­sau: ​„Ein jun­ger Mensch ist mehr wert als alles Gold der Erde. Er ist kei­ne fle­xi­bel ver­schieb­ba­re Manö­vrier­mas­se für Arbeit­ge­ber.“ Wer Berufs­ein­stei­ger bis zu vier Jah­re in Ket­ten­ver­trä­gen hän­gen lässt, raubt ihnen jede Pla­nungs­si­cher­heit. Ob Woh­nungs­su­che in Pas­sau, Fami­li­en­grün­dung oder die schlich­te finan­zi­el­le Unab­hän­gig­keit: Pre­kä­re Arbeit wird hier per Gesetz ver­län­gert und ver­un­si­chert eine gan­ze Gene­ra­ti­on. Ein befris­te­tes Arbeits­ver­hält­nis min­dert die Kre­dit­wür­dig­keit dras­tisch. Für jun­ge Beschäf­tig­te bedeu­tet das: Grö­ße­re Anschaf­fun­gen sind schlicht unmöglich.

Attestpflicht ab Tag eins: Generalverdacht statt Wertschätzung

Ein schwe­rer Schlag gegen das Ver­trau­ens­ver­hält­nis in den Betrie­ben ist zudem die Ein­füh­rung der Attest­pflicht ab dem ers­ten Krank­heits­tag, gepaart mit dem Aus für die tele­fo­ni­sche Krank­schrei­bung. Die CAJ Pas­sau sieht dar­in eine gefähr­li­che Miss­trau­ens­kul­tur. Jun­ge Beschäf­tig­te und Aus­zu­bil­den­de, die sich ohne­hin in einem abhän­gi­gen Hier­ar­chie­ver­hält­nis befin­den, wer­den unter den Gene­ral­ver­dacht des ​„Blau­ma­chens“ gestellt. Wer mit Fie­ber oder Infek­ten gezwun­gen wird, sich sofort am ers­ten Tag in über­füll­te Arzt­pra­xen zu schlep­pen, des­sen Gesund­heit und Men­schen­wür­de wer­den wirt­schaft­li­chen Kon­troll­in­ter­es­sen unter­ge­ord­net. Das belas­tet die Schwächs­ten und blo­ckiert zeit­gleich unser soli­da­ri­sches Gesundheitssystem.

Globale Solidarität darf nicht aufgeweicht werden

Als Teil einer inter­na­tio­na­len Bewe­gung blickt die CAJ auch über die Gren­zen der Regi­on hin­aus. Die geplan­te Auf­wei­chung des Lie­fer­ket­ten­ge­set­zes für Unter­neh­men unter 5.000 Mit­ar­bei­tern ver­ur­teilt der Pas­sau­er Ver­band scharf. Wirt­schaft­li­cher Pro­fit in Deutsch­land darf nie­mals auf Kos­ten von Men­schen­rech­ten und fai­rer Arbeit im glo­ba­len Süden erwirt­schaf­tet werden.

Unsere Antwort: Sichtbar machen, was junge Menschen wirklich wollen

„Gera­de weil die Poli­tik die Wei­chen wie­der Rich­tung Ver­un­si­che­rung stellt, wer­den wir lau­ter wer­den“, kün­digt die CAJ Pas­sau an. Mit ihrem aktu­el­len Film­pro­jekt ​„Arbeit – Checkst Du?“ gibt der Ver­band jun­gen Men­schen und Azu­bis eine Platt­form, um selbst­be­stimmt zu zei­gen, wie eine gerech­te, siche­re und wür­de­vol­le Aus­bil­dung aus­se­hen muss.

Die CAJ Pas­sau for­dert die Bun­des­re­gie­rung und die regio­na­len Abge­ord­ne­ten auf, das Reform­pa­ket nach­zu­bes­sern: Gute Arbeit braucht unbe­fris­te­te Per­spek­ti­ven von Anfang an und eine Kul­tur des Ver­trau­ens statt des Verdachts!

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