Erfahrungsberichte

Weltrat-Tagebuch: Unser Diözesanleiter Merlin mittendrin

CAJ am 05.10.2026

Hier ist Merlin, Diözesanleiter der CAJ Passau, zusammen mit Antonia, Pia und Ksenia, vertrete ich die CAJ Deutschland beim IYCW-Weltrat in Manila, Philippinen! Wir tauschen uns mit CAJler*innen weltweit über globale Gerechtigkeit und gute Arbeit aus. In diesem Blog erhaltet ihr einen exklusiven Einblick hinter die Kulissen des Weltrats, spannende Begegnungen und meine persönlichen Highlights. Begleitet mich auf dieser Reise!

Tag 1: Der Startschuss und die lange Reise

Um 4:20 Uhr klin­gel­te der Wecker – eine Zeit, zu der man nor­ma­ler­wei­se am liebs­ten noch drei­mal die Schlum­mer­tas­te drückt. Aber heu­te nicht, denn die Auf­re­gung war rie­sig: Abfahrt zum Zug Rich­tung Frank­furt Flughafen!

Dort ange­kom­men, traf ich auf das deut­sche Team: Anto­nia (unse­re Dele­gier­te aus Aachen), Pia (Gast aus Aachen) und Kse­nia (Gast aus der Bundesleitung/​Köln). Nach der ers­ten Wie­der­se­hens­freu­de ging es direkt ans Ein­che­cken. Ein paar kur­ze Clips und Vide­os durf­ten für die Social-Media-Kanä­le natür­lich auch nicht feh­len, um euch von Minu­te eins an mitzunehmen!

Um 11:00 Uhr hieß es dann: Abhe­ben! Unser Flug ging über Nacht in Rich­tung Shanghai.

Tag 2: Ankunft im Paradies, alte Bekannte & ein kühles Getränk

Nach einem ent­spann­ten Umstieg in Shang­hai und dem drei­stün­di­gen Wei­ter­flug lan­de­ten wir end­lich in Mani­la!

Schon am Flug­ha­fen wur­den wir herz­lichst von einer Grup­pe jun­ger Phil­ip­pi­ne­rin­nen und Phil­ip­pi­ner emp­fan­gen. Als ech­tes Will­kom­mens­ge­schenk beka­men wir wun­der­schö­ne Muschel­ket­ten umge­hängt ✨ – die Gast­freund­schaft hier ist von der ers­ten Sekun­de an überwältigend!

Im Tagungs­zen­trum ging es direkt herz­lich wei­ter: Wir tra­fen auf die übri­gen Dele­gier­ten aus der gan­zen Welt. Es war wun­der­schön, alte Bekann­te von zurück­lie­gen­den EU-Semi­na­ren, den 100-Jahr-Fei­er­lich­kei­ten und vor­he­ri­gen Aus­tausch­ta­gen wie­der in die Arme zu schlie­ßen. Genau­so span­nend war es, die vie­len neu­en Gesich­ter ken­nen­zu­ler­nen – man­che davon kann­te man ja bereits aus Erzählungen!

Da wir durch unse­re Flug­zei­ten etwas Ver­spä­tung hat­ten, gab es für uns eine klei­ne, fei­ne Ein­zel­ein­füh­rung. Den Tag lie­ßen wir dann ganz ent­spannt aus­klin­gen: Bei einem küh­len Fei­er­abend­ge­tränk saßen ich, Sean (int. Sek­t­re­tär) aus Bel­gi­en, mei­ne deut­schen Dele­gier­ten­kol­le­gin­nen Anto­nia, Pia und Kse­nia zusam­men. Genau die­se Momen­te des Ver­net­zens und Quat­schens machen die CAJ-Fami­lie aus! 

Tag 3: Gottesdienst, Kultur, Museum und der Aufbruch nach Camarines Norte!

End­lich wie­der in einem rich­ti­gen Bett schla­fen! Zwar waren es immer noch unter fünf Stun­den Schlaf ‑_-, aber die Vor­freu­de auf den Tag hat die Müdig­keit schnell vertrieben.

Der Tag star­te­te bunt und bewe­gend mit einem Got­tes­dienst, bei dem die Flag­gen aller ver­tre­te­nen Län­der gezeigt wur­den – ein rich­tig star­kes Bild für die welt­wei­te Gemein­schaft der CAJ! Danach ging es direkt über in einen ers­ten Kul­tur­aus­tausch inklu­si­ve dem Pro­bie­ren ver­schie­de­ner phil­ip­pi­ni­scher Snacks.

Gigan­ti­sche Eröff­nungs­fei­er & Kul­tur pur

Was folg­te, war eine ein­fach gigan­ti­sche Eröff­nungs­fei­er! Es gab ein vol­les Pro­gramm mit tra­di­tio­nel­len Tän­zen, mit­rei­ßen­den Reden und unend­lich viel zum Lachen und Staunen.

Nach dem Mit­tag­essen mach­ten wir uns auf den Weg ins Natio­nal Muse­um of the Phil­ip­pi­nes. Dort kam ich in rich­tig tie­fe und wert­vol­le Gesprä­che: Einer­seits ging es um den inhalt­li­chen Auf­bau der CAJ in den ver­schie­de­nen Natio­nen, ande­rer­seits tausch­ten wir inten­siv Mei­nun­gen zu den Basis-Doku­men­ten und inhalt­li­chen Schwer­punk­ten aus. Zum Ent­span­nen und Wei­ter­quat­schen ging es danach noch in einen rie­si­gen Park mit­ten in der Stadt.

Ers­te Auf­ga­ben und eine Tren­nung auf Zeit

Zurück in der Unter­kunft war­te­te bereits die nächs­te Bespre­chung auf uns: Es ging um die Pla­nung der bevor­ste­hen­den Aus­tausch­tref­fen mit den phil­ip­pi­ni­schen Basis­grup­pen vor Ort. Zudem wur­de das Awa­re­ness-Team für den Welt­rat gegrün­det, für das ich direkt ange­fragt wur­de – eine Auf­ga­be, die ich sehr ger­ne übernehme!

Am Abend hieß es dann aber auch schon Abschied neh­men – zum Glück nur auf Zeit: Unse­re deut­sche Dele­ga­ti­on teilt sich für die Tage der Basis­be­su­che auf! Kse­nia und Anto­nia blei­ben in Mani­la, wäh­rend Pia und ich weiterreisen.

Gegen 21:00 Uhr mach­ten wir uns start­klar für die Wei­ter­rei­se. Nach nicht ein­mal 24 Stun­den in Mani­la fällt der tem­po­rä­re Abschied gar nicht so leicht: Ich habe hier jetzt schon neue Freund­schaf­ten geschlos­sen und mich mit alten wie neu­en Gesich­tern so tief ver­bun­den gefühlt, dass man sich das Ende der Zeit hier kaum vor­stel­len mag.

Jetzt star­ten wir in eine 10-stün­di­ge Bus­fahrt von der Haupt­stadt Mani­la nach Cama­ri­nes Nor­te. Drückt uns die Dau­men für etwas Schlaf auf der Fahrt!

Tag 4: Fischmarkt, Handwerk & Schlafen bei Einheimischen in Mercedes

Nach einer lan­gen Rei­se sind Pia und ich am Mor­gen end­lich in Mer­ce­des (Cama­ri­nes Nor­te) ange­kom­men! Unser Tag star­te­te direkt mit einem beson­de­ren Früh­stück und einem Besuch auf dem loka­len Fisch­markt – dem Ort, an dem die Men­schen hier täg­lich ihren Lebens­un­ter­halt verdienen.

Ein­bli­cke in die Pra­xis & direk­te Begegnungen

Anschlie­ßend besuch­ten wir das Negos­yo Cen­ter in Mer­ce­des, eine staat­li­che Anlauf­stel­le für Han­del und Indus­trie, die Kleinst­un­ter­neh­mer und Fischer berät und unter­stützt. Danach ging es direkt an die Basis: Gemein­sam mit der ört­li­chen CAJ-Grup­pe tauch­ten wir haut­nah in die Lebens­rea­li­tät der jun­gen Arbei­te­rin­nen und Arbei­ter ein und lern­ten Pro­jek­te ken­nen, die ihnen eine siche­re Ein­nah­me­quel­le bieten.

Nach einer kur­zen Pau­se am Meer wur­den wir in vier Work­shops auf­ge­teilt und durf­ten selbst anpa­cken: Wir lern­ten, wie man eine loka­le Süßig­keit her­stellt, Fisch räu­chert und die Waren direkt vor Ort verkauft!

Zum Abschluss des Pro­gramms gab es eine Prä­sen­ta­ti­on über die Ent­ste­hung, Struk­tur und Arbeits­wei­se der CAJ vor Ort, gefolgt von einem inten­si­ven Erfahrungsaustausch.

Zwei Wel­ten: Mani­la vs. Mercedes

Neben­bei hielt ich Kon­takt mit Anto­nia und Kse­nia in Mani­la: Wäh­rend in unse­rer Grup­pe in Mer­ce­des haupt­säch­lich auf Eng­lisch kom­mu­ni­ziert wur­de, arbei­te­te die Grup­pe in Mani­la mit viel Sprach­über­set­zung und in bun­ten Kleingruppen.

Ein ganz beson­de­rer Abend

Die Nacht war noch ein­mal eine ganz eige­ne, prä­gen­de Erfah­rung: Wir wur­den auf ver­schie­de­ne Häu­ser auf­ge­teilt und durf­ten direkt bei den ein­hei­mi­schen Fami­li­en über­nach­ten. Und das Bes­te nach der lan­gen Fahrt: End­lich wie­der ein­mal waa­ge­recht schlafen! ^^

Tag 5: Fluss-Paradies, ROLWA & drei Lebensrealitäten

Früh mor­gens ging es mit dem Bus wei­ter zu drei völ­lig unter­schied­li­chen CAJ-Basis­grup­pen: Wäh­rend die ers­te stark auf den Fisch­han­del fokus­siert ist, erleb­ten wir die zwei­te in einem ech­ten Natur­pa­ra­dies an einem Fluss, wo wir beim Schwim­men etwas ent­span­nen konn­ten. Die drit­te Grup­pe zeig­te uns dage­gen eine ganz ande­re Här­te des All­tags – sie kämpft mit mas­si­ver Was­ser­knapp­heit. Um die Gemein­sam­kei­ten und Unter­schie­de unse­rer Lebens­rea­li­tä­ten zu ver­ste­hen, wand­ten wir gemein­sam die ROL­WA-Metho­de (Review of Life and Workers Action) an. Die anschlie­ßen­de Über­nach­tung direkt bei den Mit­glie­dern zeig­te nicht nur erneut die enor­me Gast­freund­schaft, son­dern mach­te auch deut­lich, wie her­aus­for­dernd die Umset­zung von Schutz­kon­zep­ten unter so ein­fa­chen Lebens­be­din­gun­gen sein kann.

Tag 6: Motorrad-Spritztour, Tiefenanalyse, Strand-Fiesta & Nachteule-Busfahrt

Am nächs­ten Mor­gen star­te­ten wir aben­teu­er­lich mit einer Fahrt im typi­schen Motor­rad mit Sei­ten­wa­gen! Wir besuch­ten ver­schie­de­ne Orte des infor­mel­len Sek­tors und erfuh­ren haut­nah, wie die Arbei­te­rin­nen und Arbei­ter hier ohne fes­te Anstel­lung täg­lich um ihr Über­le­ben kämp­fen. In einer letz­ten inten­si­ven Ses­si­on gin­gen wir tief in die Ana­ly­se, tausch­ten uns über unse­re Aktio­nen aus und reflek­tier­ten die gesam­mel­ten Erfah­run­gen der letz­ten Tage.

Zum krö­nen­den Abschluss der Basis­be­su­che stieg eine gigan­ti­sche Fies­ta: Meer, Lager­feu­er, fan­tas­ti­sches hei­mi­sches Essen, gemein­sam gelern­te Tik­Tok-Tän­ze mit den Locals und natür­lich – wie soll­te es anders sein – Karao­ke bis 3 Uhr morgens!

Um punkt 3 Uhr hieß es dann aber schon wie­der Kof­fer packen: Unse­re lan­ge Bus­rei­se zum eigent­li­chen Welt­rat nach Tag­ay­tay star­te­te mit­ten in der Nacht. Müde, aber über­glück­lich über die­se unver­gess­li­chen Tage!

Tag 7: Wiedersehen in Tagaytay, Antragsarbeit & schlaflose Nächte

Gefühlt star­te­te der Tag erst um 13:30 Uhr, als wir end­lich im Tagungs­ort in Tag­ay­tay anka­men – und damit auch unse­re deut­sche Dele­ga­ti­on wie­der ver­eint war! Die lan­ge Bus­fahrt hat­te zumin­dest einen Guten Zweck: Ich hat­te Zeit, die Anträ­ge gründ­lich durch­zu­ge­hen und direkt ein paar Ergän­zun­gen auszuarbeiten.

Nach den inten­si­ven Tagen an der Basis tat es rich­tig gut, sich auf ein ech­tes Bett und eine war­me Dusche zu freu­en! Vor dem Abend­essen tra­fen wir uns direkt in der Euro­pa-Koor­di­na­ti­on, um uns abzu­stim­men, zu dis­ku­tie­ren und unser gemein­sa­mes Vor­ge­hen für den Welt­rat zu planen.

Ins­ge­samt ver­lief der Tag etwas ruhi­ger und gab Raum zum Durch­at­men. Nach dem Abend­essen gin­gen wir in den Aus­tausch über die ver­gan­ge­nen Tage und klär­ten die ers­ten orga­ni­sa­to­ri­schen Punk­te für den eigent­li­chen Welt­rat. Über den Tag ver­teilt nutz­ten wir immer wie­der die Zeit für Abstim­mun­gen inner­halb unse­rer Dele­ga­ti­on sowie mit dem inter­na­tio­na­len Team.

Die größ­te Her­aus­for­de­rung des Tages? Die Ent­schei­dung, ob man ver­nünf­tig ist und den ver­pass­ten Schlaf der letz­ten Tage nach­holt – oder doch lie­ber noch län­ger wach bleibt, um sich noch tie­fer mit allen auszutauschen!

Tag 8: Offizieller Start des Weltrats, Anträge & Kommissionen

Um 8:45 Uhr fiel end­lich der Start­schuss für den offi­zi­el­len Teil des Welt­rats! Nach der Klä­rung der Grund­re­gu­la­ri­en ging es direkt in die Dis­kus­sio­nen: Zunächst ent­schie­den wir über die Auf­stu­fung einer Nati­on zur Voll­mit­glied­schaft (Full Mem­ber­ship).

Danach brach­ten wir als deut­sche Dele­ga­ti­on unse­re Anträ­ge ein: Anto­nia stell­te unse­re Anträ­ge dazu vor, dass im Welt­rat gemein­sam an Posi­ti­ons­pa­pie­ren gear­bei­tet wer­den soll. Auch bei den Geschäfts­ord­nun­gen (Rules of Pro­ce­du­re) fan­den wir wich­ti­ge Ansatz­punk­te – mit der Zustim­mung aller durf­te ich hier unse­re Ände­rungs­vor­schlä­ge ein­brin­gen. Beson­ders gestärkt hat uns das extrem posi­ti­ve Feed­back aus ande­ren Dele­ga­tio­nen in den Pau­sen: Vie­le lob­ten, wie gut wir vor­be­rei­tet waren und wie treff­si­cher wir uns in die Debat­ten ein­ge­bracht haben!

Am Nach­mit­tag misch­ten wir uns in inter­na­tio­na­len Klein­grup­pen, um anhand des Ana­ly­sis-Basis­do­ku­ments tief in die Rea­li­tä­ten unse­rer Mit­glie­der, Ursa­chen, Kon­se­quen­zen sowie unse­re Wer­te und Visio­nen ein­zu­tau­chen. Zurück im Ple­num prä­sen­tier­ten wir die Ergeb­nis­se und hör­ten einen ein­drück­li­chen Vor­trag über die glo­ba­len Ent­wick­lun­gen des Kapi­ta­lis­mus und deren Aus­wir­kun­gen auf die welt­wei­te Arbeitswelt.

Zum Abschluss des Tages wur­den die Kom­mis­sio­nen gebil­det: Kse­nia ging in die Com­mis­si­on of Legal, Pia in die Com­mis­si­on of Elec­tions und ich wur­de in die Com­mis­si­on of Plan beru­fen. Wäh­rend wir in unse­ren Gre­mi­en die Arbeit auf­nah­men, star­te­te Anto­nia par­al­lel bereits mit der Arbeit an den Posi­ti­ons­pa­pie­ren. Ein inten­siv durch­ge­ar­bei­te­ter, aber unglaub­lich erfolg­rei­cher Tag!

Tag 9: Deep Dive, starke Vorträge & afrikanische Tänze

Der heu­ti­ge Tag knüpf­te in den ers­ten bei­den Ses­si­ons direkt an die Arbeit am Ana­ly­sis-Doku­ment an. In inter­na­tio­na­len Klein­grup­pen ana­ly­sier­ten wir unse­re Her­an­ge­hens­wei­sen sowie die Stär­ken und Schwä­chen des IPA (Inter­na­tio­nal Plan of Action) und prä­sen­tier­ten die Ergeb­nis­se anschlie­ßend im Ple­num. Neben­bei arbei­te­ten wir kon­ti­nu­ier­lich an der Vor­be­rei­tung für unse­re jewei­li­gen Kommissionen.

In der drit­ten Ses­si­on gab es ein abso­lu­tes High­light: Ein ehe­ma­li­ger inter­na­tio­na­ler Schatz­meis­ter (for­mer inter­na­tio­nal tre­asurer) bot uns tie­fe Ein­bli­cke in die his­to­ri­sche Ent­wick­lung der YCW. Es ist wahn­sin­nig bewusst­seins­er­wei­ternd, wie außer­or­dent­lich und inspi­rie­rend die Refe­ren­tin­nen und Refe­ren­ten ihre Erfah­run­gen darbieten!

In der letz­ten Ses­si­on stell­ten wir in Klein­grup­pen kon­kre­te Aktio­nen aus unse­ren Län­dern vor, um uns gegen­sei­tig zu unter­stüt­zen. Anto­nia prä­sen­tier­te für uns ein wich­ti­ges Pro­jekt eines Aus­schus­ses der Diö­ze­san­ver­ban­des Aachen. Die Ergeb­nis­se unse­rer Grup­pe wer­de ich mor­gen direkt im Ple­num vorstellen.

Zum Abschluss des Tages stieg die ers­te Kul­tur­nacht, die die­ses Mal vom Kon­ti­nent Afri­ka aus­ge­rich­tet wur­de. Beein­dru­ckend, wie schnell sich die Atmo­sphä­re wan­del­te: Bin­nen Minu­ten ver­wan­del­te sich die Flä­che, auf der wir tags­über noch hart dis­ku­tiert hat­ten, in eine Tanz­flä­che, auf der fast alle gemein­sam tra­di­tio­nel­le afri­ka­ni­sche Tän­ze lernten!

Tag 10: 10 Tage unterwegs, ROLWA-Unterricht & Verantwortung in der Plan Commission

Einen Bericht zu Tag 10 zu schrei­ben fühlt sich fast schon sur­re­al an. 10 Tage seit dem Start mei­ner Rei­se? Inzwi­schen spielt sich extrem viel im Kopf ab: Unun­ter­bro­che­ne Abspra­chen mit den ande­ren Dele­gier­ten, Fak­ten klä­ren mit unse­rer Bun­des­ebe­ne in Deutsch­land, die eige­nen Mei­nun­gen ein­brin­gen und so aktiv die Aus­rich­tung der nächs­ten vier Jah­re mit­ge­stal­ten – ein­fach krass!

Aber wei­ter im Pro­gramm:
Der Tag begann für eini­ge von uns mit einem Got­tes­dienst in der Kir­che neben­an. Dadurch kamen wir zwar etwas ver­spä­tet zur ers­ten Ses­si­on, erwisch­ten aber immer­hin noch die zwei­te Hälf­te des Impul­ses. Danach ging es sofort wie­der in Arbeits­grup­pen, wo wir die Prä­sen­ta­tio­nen fer­tig­stell­ten und ver­tie­fen­de Fra­gen zu unse­ren Aktio­nen bearbeiteten.

In der drit­ten Ses­si­on fühl­te es sich fast wie in der Schu­le an: Wir beka­men hand­fes­te Auf­ga­ben, um die Metho­de der ROL­WA (Review of Life with Action) noch bes­ser zu durch­drin­gen. Und wer hät­te es gedacht – in der vier­ten Ses­si­on dreh­te sich direkt alles um spe­zi­fi­sche Detail­fra­gen, um genau die­se Metho­de für die Zukunft wie­der welt­weit zu stärken.

Zum Tages­ab­schluss zogen wir das Tref­fen unse­rer Plan Com­mis­si­on nach vor­ne und ver­fei­ner­ten unse­re Arbeits­struk­tur. Um kurz zu erklä­ren, was die Plan Com­mis­si­on eigent­lich macht: Wir sind die­je­ni­ge Kom­mis­si­on, die den neu­en IPA – den inter­na­tio­na­len Akti­ons­plan – für die kom­men­den Jah­re aus­for­mu­liert und dem Ple­num zur Abstim­mung vor­legt! Eine rie­si­ge Ehre, aber natür­lich auch ein gewal­ti­ger Auf­wand. Wobei… die Posi­ti­ons­pa­pie­re zu ver­fas­sen oder in den ande­ren Kom­mis­sio­nen zu schrub­ben ist defi­ni­tiv kein biss­chen weni­ger Arbeit!

Tag 11: Vulkanblick, intensive Kommissionen & Energie aufladen bei JOC America

Der Tag star­te­te in der ers­ten Ses­si­on direkt mit dem zwei­ten Teil unse­res ​„ROL­WA-Unter­richts“. Eine metho­di­sche Auf­fri­schung, die auf jeden Fall gut tut, auch wenn ich für mich selbst noch etwas dar­über nach­den­ken muss, wie die Refle­xi­on im All­tag am bes­ten hin­ein­passt. In der zwei­ten Ses­si­on tru­gen wir die offe­nen Fra­gen dann zur Abwechs­lung mal direkt im gesam­ten Ple­num zusam­men, statt uns wie sonst in Klein­grup­pen aufzuteilen.

In der Mit­tags­pau­se mach­ten wir einen spon­ta­nen klei­nen Aus­flug zu einem nahe­ge­le­ge­nen Star­bucks – und wur­den belohnt mit einem ein­fach unglaub­li­chen Aus­blick auf den Vul­kan und die atem­be­rau­ben­de Land­schaft drum herum!

Danach hieß es aber sofort wie­der: Ab in die Kom­mis­si­ons-Arbeit! Nach ein paar klei­ne­ren Start­schwie­rig­kei­ten, die durch unnö­ti­ge Abstim­mungs­feh­ler ent­stan­den waren, fan­den wir in unse­rer Plan Com­mis­si­on ein rich­tig sau­be­res und struk­tu­rier­tes Sys­tem. Wir hat­ten vol­le zwei Ses­si­ons rei­ne Arbeits­zeit für die Kom­mis­sio­nen. Das hat zwar immer noch nicht ganz gereicht, aber mit etwas Zusatz­schicht haben wir den Ent­wurf schließ­lich doch auf den aktu­el­len Stand brin­gen können.

Zum Abschluss des Tages fei­er­ten wir die Cul­tu­re Night der JOC Ame­ri­ca! Es gab wie­der jede Men­ge Tän­ze, Musik und aus­ge­las­se­ne Stim­mung. Ich habe mich die­ses Mal aller­dings etwas mehr in die Rol­le des Beob­ach­ters zurück­ge­zo­gen, um die Akkus für die kom­men­den Tage wie­der aufzuladen.

Tag 12: Erste IPA-Präsentation, Bewegungsprofile & Dauereinsatz in der Commission

Der Tag begann gleich mit einem gro­ßen Mei­len­stein für mei­ne Kom­mis­si­on: Wir prä­sen­tier­ten den ers­ten Teil des neu­en IPA (Inter­na­tio­nal Plan of Action) im Ple­num! Schnell wur­de klar, wie viel Dis­kus­si­ons­be­darf in den Inhal­ten steckt – wir sind bei Wei­tem nicht so weit durch­ge­kom­men, wie wir es uns anfäng­lich erhofft hatten.

In den dar­auf­fol­gen­den Ses­si­ons lag der Fokus wie­der auf der Arbeit in Klein­grup­pen. Dies­mal ging es ganz kon­kret um unse­re jewei­li­gen Natio­nal­be­we­gun­gen: Wir stell­ten uns gegen­sei­tig die Struk­tu­ren unse­rer Län­der vor und her­aus­ar­bei­te­ten in inten­si­ven Gesprä­chen unse­re gemein­sa­men Stär­ken und Schwä­chen. Zurück im Ple­num flos­sen die­se Erkennt­nis­se in eine gro­ße, gemein­sa­me Aus­tausch- und Dis­kus­si­ons­run­de ein.

Da wir in der Plan Com­mis­si­on mit dem Aus­for­mu­lie­ren und Ein­ar­bei­ten des Feed­backs kaum hin­ter­her­kom­men, ging es für uns nach den offi­zi­el­len Tages-Ses­si­ons direkt wie­der in die Ver­län­ge­rung. Nacht­schich­ten gehö­ren beim Welt­rat wohl ein­fach dazu!

Tag 13: Stärkung der Bewegungen, Extension & Vorfreude auf die Europa-Kulturnacht

Wir stie­gen heu­te direkt mit einer gro­ßen Dis­kus­si­ons­run­de im Ple­num ein: Gemein­sam tausch­ten wir uns über kon­kre­te Stra­te­gien aus, wie wir unse­re natio­na­len CAJ-Bewe­gun­gen welt­weit stär­ken und aus­bau­en können.

Anschlie­ßend dreh­te sich alles um das The­ma Exten­si­on (die Aus­wei­tung und Erschlie­ßung neu­er Grup­pen und Län­der). Dazu wur­den zunächst die aktu­el­len Vor­schlä­ge der ein­zel­nen Kon­ti­nen­te prä­sen­tiert. Spä­ter kamen wir in unse­ren kon­ti­nen­ta­len Grup­pen – für uns also als euro­päi­sche Dele­ga­ti­on – zusam­men, um die Stra­te­gien ver­tie­fend zu diskutieren.

In der letz­ten Ses­si­on des Tages gab es wie­der wert­vol­le Arbeits­zeit für die Kom­mis­sio­nen. Wäh­rend wir in der Plan Com­mis­si­on inten­siv an Tex­ten feil­ten und jede Minu­te brauch­ten, nutz­ten die ande­ren euro­päi­schen Dele­gier­ten die Zeit bereits, um unse­re eige­ne Cul­tu­re Night für Frei­tag zu planen!

Nach einer kur­zen Ver­schnauf­pau­se ging es am Abend direkt wei­ter mit dem Kul­tur­pro­gramm: Dies­mal rich­te­te die Regi­on ASPAC (Asia-Paci­fic) ihre Kul­tur­nacht aus und bescher­te uns wie­der einen fan­tas­ti­schen, bun­ten Abend.

Weitere Nachrichten

Nachricht
07.07.2026

Stellungnahme zum Reformpaket der Bundesregierung: Wirtschaftlicher Aufschwung nicht auf dem Rücken der Jugend!

Die Christliche Arbeiterjugend (CAJ) Passau kritisiert das neue Reformpaket der Bundesregierung und fordert…

Weltkirche
04.07.2026

Mental Health im Fokus: Die CAJ Passau beim europäischen YCW-Seminar in Portugal

Am Wochenende 02. - 05.07.2026 blickt der Diözesanverband Passau weit über die Landesgrenzen hinaus: Unser…

Exkursionen und Fahrten
26.06.2026

CAJ entdeckt Brüssel – unvergesslicher Städtetrip nach Belgien

Vom 3. bis 7. Juni unternahmen die CAJ Passau und Freiburg gemeinsam mit sieben jungen Menschen unter der…

08.05.2026

Was ist "Arbeit - Checkst Du?"

„Arbeit – Checkst du?“ ist ein kreativer Filmwettbewerb der CAJ (Christliche Arbeiterjugend) Passau für…